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CDU-Kreistagsfraktion startet „Bündnis für Wohnen“


Mit einer hochkarätig besetzen Fachveranstaltung hat am gestrigen Abend die CDU-Kreistagsfraktion einen ersten Impuls für die zukünftige Wohnungsbaupolitik im Kreis Euskirchen gesetzt.

Mit einem kurzen Problemaufriss begrüßte Fraktionsvorsitzende Ute Stolz die Teilnehmenden aus den Bereichen Politik, Verwaltung, Wohnungsbau und Verbände. Zuzug aus den Städten, Leerstand in den Südkreiskommunen, steigender Bedarf an bezahlbarem Wohnraum für Menschen mit Benachteiligungen wecken bei den Städten und Gemeinden im Kreis Euskirchen zunehmend Handlungsbedarf.

Lösungsansätze zumindest durch Förderprogramme hatte die zuständige Abteilungsleiterin für Wohnungsbau im Heimatministerium, Sigrid Koeppinghoff, im Gepäck.

Die genaue Situation des Kreises Euskirchen beschrieb Achim Blindert, zuständiger Geschäftsbereichsleiter beim Kreis Euskirchen in seinem Impulsvortrag.

Lebhafter wurde die Diskussion nach diesen Faktensammlungen bei der Bewertung durch das Podium. Oliver Knuth, Geschäftsführer der EUGEBAU, berichtete aus der Praxis und wies auf die vielfältigen bürokratischen Hemmnisse und Erfordernisse hin, die den sozialen Wohnungsbau immer schwieriger machen. Nur in einer Mischkalkulation einer großen Baugesellschaft können neue Wohnungen zu bezahlbaren Preisen geschaffen werden, die gerade im Nordkreis dringend nötig sind.

Klaus Voussem, Landtagsabgeordneter aber auch Fraktionsvorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion in Euskirchen, wies darauf hin, dass das Land diese Schwierigkeiten sehe und diesen auch in seinem Kompetenzbereich durch Vereinfachung von Verordnungen oder einer Erhöhung der Fördermittel entgegentritt, die insbesondere auch die Eigenheimförderung im ländlichen Raum wieder attraktiver machen.

Manfred Poth, Allgemeiner Vertreter des Landrates, machte deutlich, dass man besondere Zielgruppen wie Menschen mit Behinderungen oder auch ältere Mitbürger im Blick behalten müsse, da die Prognose dort weiter steigenden Bedarf sehen und die finanziellen Möglichkeiten dieser Einwohner oft begrenzt sind. Dafür stehen laut Koeppinghoff besondere Fördermöglichkeiten zur Verfügung.

Einvernehmen bestand darin, dass die Ressource Bauland einen entscheidenden Faktor darstellt, da die Preise in attraktiven Lagen weiterhin steigen und dadurch oftmals auch eine Verdrängung der Interessenten aus den Orten einhergeht. Die Obergrenzen der Mieten werden von den Inverstoren für nicht ausreichend angesehen, um die Kosten für Grundstücke aber auch die Erstellung eines Baus abzudecken.

Die etwa 50 Teilnehmenden brachten in der anschließenden Diskussion viele Aspekte aus der Praxis ein und machten damit deutlich, dass die Wohnungsbaupolitik in den großen wie den kleinen Orten des Kreises ein aktuelles Thema ist. In seiner Zusammenfassung dankte daher Günter Weber, stellv. Vorsitzender der Kreistagsfraktion auch den Experten auf dem Podium wie den sonstigen Mitwirkenden und rief dazu auf, die Ideen mitzunehmen und im Austausch zu bleiben.

Die CDU-Kreistagsfraktion wird die Anregungen aus dieser Fachveranstaltung in das am 08.10.2018 durch den Kreis Euskirchen startenden Bündnis aktiv einbringen.