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Bericht aus der Sitzung des Ausschusses für Soziales und Gesundheit

 

Hilfe für die Opfer der Flutkatastrophe hat oberste Priorität

 

von Dirk Jahr

 

In der Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses am 07.09.2021 wurden die Weichen für ein sofortiges umfassendes psychosoziales, therapeutisches und soziales Hilfsangebot für die Opfer der Flutkatastrophe gestellt.

Bereits noch während die Flut Tod und Zerstörung mit sich riss, hat das psychosoziale Netzwerk des Kreises Euskirchen alle verfügbaren Kräfte zur Notfallversorgung eingesetzt. Das Ausmaß der Katastrophe und die Vielzahl der traumatisierten Menschen unterscheidet sich von jedem anderen Katastrophenszenario. Daher hat der Kreis Euskirchen unmittelbar 130.000 € bereitgestellt, um die psychosoziale Akutversorgung sicherzustellen. Hierdurch konnten 40 zusätzliche Notfallhelfer (Psychologen, Psychotherapeuten jeweils mit Zusatzqualifikation in der Traumatologie) gewonnen werden.

Die CDU geführte Landesregierung hat 115.000 € an Soforthilfe zur psychosozialen Erstversorgung zur Verfügung gestellt. Hierdurch war der Sozial- und Gesundheitsausschuss in der Lage, die Unterstützung über die Akutphase hinaus zu gewährleisten und bei der Stabilisierung der betroffenen Menschen durch professionelle Begleitung zu helfen. Die bereitgestellten Mittel werden ebenfalls eingesetzt, um die organisatorischen Strukturen zur Sicherstellung einer auskömmlichen therapeutischen Begleitung zu schaffen.

Die psychischen und seelischen Folgen der Corona-Pandemie wurden durch die Hochwasserkatastrophe im Kreis Euskirchen erheblich verstärkt. Es ist festzustellen, dass der Zugang in das psychiatrisch-medizinische Versorgungssystem durch den stark gestiegenen Therapiebedarf deutlich erschwert ist. Eine besondere Bedeutung kommt somit den Selbsthilfegruppen zu.

Im Kreis Euskirchen gibt es derzeit ca. 100 Selbsthilfegruppen. In den Selbsthilfegruppen besteht die Möglichkeit, sich mit gleichermaßen Betroffenen auszutauschen und an der Problemlösung selbstbestimmt mitzuwirken. Zur fachlichen Unterstützung hat der Ausschuss beschlossen, das Selbsthilfebüro zu einer Kontaktstelle weiterzuentwickeln. Somit werden die Voraussetzungen geschaffen, neue Gruppen anzuregen, für Betroffene Informationen bereitzuhalten und mit entsprechenden Fachstellen zusammenzuarbeiten. Für das auf 2 Jahre angelegte Projekt werden 1,6 Stellen geschaffen, deren Kosten zwischen dem Kreis Euskirchen, dem Land, den Krankenkassen und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband aufgeteilt werden.

Die Corona-Pandemie und die Hochwasserkatastrophe wird dauerhaft Folgen für die Psyche, die Gesundheit und die soziale Lage der betroffenen Menschen im Kreis Euskirchen haben. Mit der Einleitung der Akuthilfe und der Folgemaßnahmen wurden die ersten Schritte unternommen.

Die CDU wird sich weiter uneingeschränkt dafür einsetzen, dass alle erforderlichen Mittel zur Linderung der Notlage bereitgestellt werden. Die Ausschussvorsitzende Birgit Braun-Näger bedankte sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung, denen es gelungen ist, unter katastrophalen Bedingungen die psychosoziale Notversorgung herzustellen und die weitere medizinische und soziale Versorgung zu gewährleisten.