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CDU Kreistagsfraktion spricht mit Patientenbeauftragter

Auf Einladung von Dr. Ralf Nolten MdL haben die Vorsitzende der Kreistagsfraktion Ute Stolz, der stellvertretende Vorsitzende Karsten Stickeler, der Vorsitzende des Ausschusses für Soziales und Gesundheit Günther Schulz sowie der Kreisvorsitzende der CDA Ingo Bings an einem Gespräch mit Claudia Middendorf teilgenommen.

Frau Middendorf ist die Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten in Nordrhein-Westfalen.

Im Rahmen des Gespräches hat Frau Middendorf auf verschiedene wichtige Punkte hingewiesen. Schon heute leben ca. 640.000 pflegebedürftige Menschen in Nordrhein-Westfalen und es wird erwartet, dass diese Zahl mit der zunehmenden Lebenserwartung um weitere 30 % steigen wird. Doch schon heute fehlen ca. 2.300 Fachkräfte in der Pflege. Überall sei die Ausbildung auskömmlich finanziert, nur gerade in der Pflege nicht. Zwar habe die neue Landesregierung die Schulkostenpauschale für die Fachseminare deutlich verbessert, aber die Problemstellung für die Zukunft bleibt dennoch bestehen.

Insbesondere unter der Berücksichtigung, dass ab 2020 die Ausbildungswege zur Pflegefachkraft generalsiert werden, müssen die Schlüsselzahlen der Ausbildungsplätze drastisch erhöht werden.

Karsten Stickeler, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Sprecher für den Bereich „Soziales“ der CDU-Kreistagsfraktion erläuterte Frau Middendorf die Situation im Kreis Euskirchen hin. Derzeit werden im Kreisgebiet 2.800 pflegebedürftige Menschen im Bereich der teilstationären und stationären Pflege versorgt. Daneben existieren 40 ambulante Pflegedienste, die in diesem Sektor den pflegerischen Bedarf abdecken. Doch schon heute fehlen signifikant Fachkräfte, die für die Bewältigung dieser zentralen Herausforderung im Pflegebereich notwendig sind.

In diesem Zusammenhang wies die Patientenbeauftragte auf die Notwendigkeit hin, das Image der Ausbildung zu verbessern. Sie stehe im Gespräch mit dem Schulministerium NRW, um Projektwochen in der Schulausbildung im Bereich der stationären und ambulanten Pflege durchzuführen. Hier sollen die Schülerinnen und Schüler die sich in der Pflege ergebenden Arbeitsfelder kennenlernen. Mit dieser Maßnahme soll das oft negativ besetzte Berufsbild der Pflegefachkraft korrigiert werden.

Darüber hinaus wies Claudia Middendorf auf die Notwendigkeit hin, mehr Plätze im Bereich der Kurzzeitpflege anzubieten, um auch pflegende Angehörige zu entlasten. Eine Anfrage in den Kommunen unseres Landes habe ergeben, dass eine hohe Zahl an pflegebedürftigen Menschen gerade in dem Altersbereich unter 60 Jahre existiere. Hier sei vor allem eine drastische Erhöhung von Plätzen der Kurzzeitpflege für pflegebedürftige Kinder und Jugendliche dringend geboten.

Nach der Auffassung der Patientenbeauftragten sei es ebenfalls dringend erforderlich,  die den Pflegefachkräften obliegenden Dokumentationspflichten zu vereinfachen, damit im Ergebnis mehr Zeit für die zu pflegenden Menschen bleibt und die Fachkräfte nicht durch eine überbordende Bürokratie von ihrer eigentlichen Aufgabe, sich um die kranken und pflegebedürftigen Mitmenschen in ausreichendem Maße zu kümmern, abgehalten werden. Dies gelte jedenfalls für einfache und routinemäßig erfolgende Arbeitsschritte, die sich immer wiederholen.

Karsten Stickeler bedankte sich bei Frau Middendorf für die Möglichkeit, sich über die konkrete Situation in unserem Kreis austauschen zu können. Er vereinbarte mit der Patientenbeauftragten, den begonnenen Dialog in einem weiteren Termin vor Ort, d.h. im Kreisgebiet, fortzuführen.